Capitalis Monumentalis

Semesterprojekt, Handschrift, Typografie Grundlagen, erstes Semester, Kommunikationsdesign.

Zu der ersten Beschäftigung mit Schrift im ersten Semester gehört auch die zeichnerische Auseinandersetzung. Für erste Übungen, in denen die Detailformen der Buchstaben möglichst genau nachgezeichnet werden sollen, eignet sich eine Schriftform deshalb besonders gut. Die „Capitalis monumentalis“ kann als eine der ursprünglichsten Schriftformen betrachtet werden, die im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung für die Formgebung unserer heutigen Antiqua-Schriften bestimmend waren. Das Verständnis um die Eigenarten der Formgebung der lateinischen Schriften kann mit dieser Schrift besonders gut geschult werden. Aspekte wie alternierende Strichstärken, Rundungsachsen, Serifenformen, Dickten, Laufweiten, Spationierung usw. können durch die zeichnerische Umsetzung nachvollzogen werden.

Um diese Schriftformen mit der Feder schreiben zu können, bedarf es einer größeren Fertigkeit, die eingeübt werden muß. Nach einigen Übungen geht das Schreiben mit der Feder bei den meisten Studierenden leichter von der Hand. Ziel der Schreibübungen ist auf keinen Fall die perfekte kalligrafische Umsetzung. Dies würde den Rahmen der Grundlagen-Seminare sowieso sprengen. Kleine Unregelmäßigkeiten in den Detailformen bleiben deshalb durchaus bestehen. Alternativ zum Schreiben mit Bandzugfeder kann die Schrift innerhalb der Seminarübungen auch zeichnerisch konstruiert werden. Diese Art der Umsetzung fällt einigen Seminarteilnehmern leichter. Am Ende der Seminar-Reihe entstehen Plakate mit handgeschriebener Schrift, die eine eigenständige Ästhetik offenbaren.